20.08.2017

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Feldenkrais und Kampfsport - Das Wesen eines Kindes

Spüren was in dem eigenen Körper und im eigenen Geist vor sich geht....
Dies war das Tun, das mehr als 20 Karateka am 17. März 2007 in unserem Dojo beschäftigte. Mit Hilfe der Feldenkraislehrerin Anita Happ erfuhren wir, welche Bewegungs-Schwierigkeiten in unserem Körper und unserem Geist existieren und welche Möglichkeiten es gibt, angenehme Alternativen zu finden.
(Herzlichen Dank an Bushido Karate, Landshut)


Auf dem Rücken liegend begannen wir unsere innere Reise....
Soweit es unsere individuellen Möglichkeiten zuließen, erspürte nun jeder Einzelne seine Lage im Raum und welche Körperbereiche wie stark in den Boden drückten. Ob beispielsweise das Kreuz flach auf dem Untergrund liegt, einen steilen Hügel formt oder einer dezenten Erhöhung folgt.
Nachdem dies geschehen war, orteten wir unsere vertikale Körpermittelachse. Wir stellten unserem Empfinden u.a. folgende Fragen: „Sind meine Füße parallel zueinander oder liegen sie unterschiedlich? Ist einer von beiden weiter weg von der Körpermitte als der andere? Liegt unser Becken waagrecht auf dem Boden oder haben wir mehr Gewicht auf einer Pobacke?“ Diese Fragen durchzogen den ganzen Körper. Außerdem wurden wir auf die Gegenwart aufmerksam gemacht und die Tatsache, daß man in der Gegenwart nicht denken, sondern sich nur über das Fühlen wahrnehmen kann. Man kann in der Gegenwart sein, aber man kann in der Gegenwart nicht denken, denn zum Denken braucht es Raum. Gedanken sind wie Dinge, sie brauchen Platz, Gedanken sind subtile Dinge, sie sind materiell. Wenn man in der Gegenwart ist, dann ist man in der Dimension Bewußtheit. Wenn man denkt, dann ist man entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Die Gegenwart ist nur eine Trennlinie zwischen Vergangenheit und Zukunft. Der Verstand befindet sich immer nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft, denn Verstand heißt denken. Man kann über Vergangenes nachdenken oder auch über die Zukunft, da gibt es genügend Raum. Im Jetzt gibt es keinen Raum für denken. Die Feldenkraismethode bietet einem den Raum, den Zustand der Bewusstheit zu erreichen.
Laoze sagte: „Wenn jemand meinen Lehren lauscht, ohne den Verstand zu gebrauchen, wird er erleuchtet. Wenn er meinen Lehren mit dem Verstand lauscht, dann findet er seine eigenen Erklärungen, die nichts mit mir zu tun haben.“
Zunächst visualisierten wir unter unserem Becken eine Uhr mit Zifferblatt, wobei die 12 in Kopfrichtung, die 6 in Richtung Füße ging und die 3 sowie die 9 entsprechend positioniert wurden. Daran anschließend kippte jeder Einzelne ganz langsam sein Becken aus der Ruhelage abwechselnd zur 12 und dann zur 6. Hier bat Anita, darauf zu achten, welche Bewegungsrichtung sich - für jeden individuell - angenehmer anfühlt. Auf der Basis dieses Bewusstseins erfolgte die Übung nur noch in die jeweils angenehmere Richtung.
Ein wichtiger Bestandteil des Seminars waren auch die individuellen Pausen: „Wenn jemand fühlt, daß er nichts Neues mehr aufnehmen kann und müde wird, dann soll er sich in seine Decke kuscheln und sich ausruhen, um dann mit neuer Energie weitermachen zu können. Auch
Kinder ruhen sich aus, wenn sie vom Spielen müde werden.“
Danach ließen wir unseren Körper auf dem Weg des Aufstehens seinen angenehmsten Weg gehen und spazierten langsam und gedankenlos durch den Raum, um im Sinne des sensomotorischen Lernens zu erspüren, inwiefern die vergangenen Übungen unsere Ganggewohnheiten beeinflusst hatten. Nach der Lokalisierung des Hüftgelenkes und der Verdeutlichung seiner Bewegungsmöglichkeiten stellte Walter Stierstorfer auch dieses Mal für die Feldenkrais-Methode eine karate-spezifische Referenzbewegung zur Verfügung:
Yoko-Geri-Kekomi. (seitlicher Fußstoß)
Zu unserer Wolldecke zurückgekehrt, nahmen wir unser mitgebrachtes, fußlanges Buch auf unsere nackte Fußsohle und balancierten es in waagrechter Position. Hierbei spielten wir mit den Bewegungsmöglichkeiten im Bein - was nicht nur alle drei Gelenke betraf. Darüber hinaus lernten wir im Stehen mit den Händen an der Wand erneut das freie Gehen und jeder erkannte, innerhalb seiner Möglichkeiten, was bei den Bewegungen in seinem Körper vor sich geht. Auch die Augenmuskulatur, der im ersten Augenblick vielleicht keine große Bedeutung beigemessen werden würde, ist mit dem ganzen Körper vernetzt; vor allem mit den nahen Muskeln des Kopfes und des Halses.
Auf Anitas Impuls hin machte die Gruppe eine fast zweistündige Pause: „Diese lang erscheinende Zeit ist notwendig, damit das individuelle Selbst die neu gelernten Muster in Ruhe verarbeiten und neue Energie erhalten kann.“ Ganz im Sinne des individuellen Feldenkrais gingen einige zum Mittagessen, während wieder andere im Dojo blieben oder anderswo sich ausruhten.
Mit entspanntem Nervensystem und offenen Sinnen nahmen wir unsere Bewegungsexperimente wieder auf. Dabei lernten wir Möglichkeiten kennen, zu erfahren, wie unsere Füße mit dem Kopf interagieren können, um eine Veränderung der Körperlage angenehm geschehen zu lassen.
Gerne würde ich dies alles noch genauer berichten aufgrund meiner eigenen Erfahrung und der Erzählungen einiger Feldenkrais-Gefährten. Dies würde den Rahmen dieses Berichtes über unsere Feldenkrias-Erfahrungen um Welten ausdehnen lassen.....darum führe ich hier noch ein Experiment detailliert aus.
In der Bauchlage, in der auch die Bewegungsexperimente mit den Augen vollführt wurden, legten wir unsere Stirn zunächst auf den Boden und legten unsere Hände entspannt links und rechts neben unseren Kopf. Nun wurde der Druckfläche auf die linke Gesichtshälfte verlagert, um dann eine ganz langsame Bewegung des Kopfes zur stationären rechten Hand zu machen.
Auch hier wurde beobachtet, daß eine Bewegung das Ergebnis eines Zusammenspiels von vielen sich ergänzenden Faktoren ist.
Die Kinder können uns in ihrer Leichtigkeit Vorbild sein...



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